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Ältere Neuigkeiten: 09.03.2001 - 07.04.200107.04.2001
Der bundesweite Verein für Drogenpolitik soll am Samstag, dem 26.05.2001 in Heidelberg gegründet werden. Der Verein will Aktivitäten für eine schadensminimierende Drogenpolitik in Deutschland koordinieren. Er soll Druck auf die politischen Parteien ausüben, um erfolgreiche Ansätze aus den Niederlanden und der Schweiz auch in Deutschland umzusetzen. Unterstützen Sie eine vernünftigere Drogenpolitik in Deutschland demnächst auch durch Ihre Mitgliedschaft!
Wir haben vier Antwortschreiben auf unsere E-Mails an 296 Bundestagsabgeordnete der SPD online gestellt. Darunter ein Brief von Rudolf Scharping, dem jetzigen Bundesverteidigungsminister. Er hatte übrigens als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz bereits 1993 einen Vorstoss zur Entkriminalisierung im Bundesrat unterstützt. In der Antwort von Justizministerin Frau Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin wurden wir an das Gesundheitsministerium weiterverwiesen.
Der konservative Hamburger Politiker und Richter Ronald B. Schill (als "Richter Gnadenlos" bundesweit bekannt geworden) nennt die derzeitige Drogenpolitik einen "Holzweg." Er befürwortet eine wissenschaftliche Studie durch die UNO um feststellen zu lassen, ob eine Legalisierung tatsächlich zu einem Anstieg der Konsumentenzahl führen würde. Auf Erfahrungen aus den USA und Skandinavien verweisend, stellte er dieses Ergebnis zumindest in Frage. Sollte kein Anstieg des Konsums zu erwarten sein, dann halte er eine Drogenfreigabe für denkbar. Schill zum Abschluss: "Auch unsere konservativen Anhänger sind an einer sachgerechten, ideologiefreien Lösung interessiert."
"Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert hat sich dazu bekannt, 1968 Haschischtee konsumiert zu haben. Er äusserte seine Unterstützung für die Cannabislegalisierung: "Meine Meinung von damals: Die Drogengesetzgebung ist überlebt. Sie schafft kriminalisierte Menschen. Man sollte Drogen legalisieren und sie in beschränkter Menge in Apotheken abgeben. Drogenhändler verlören ihre Jobs, und auf den Schulhöfen gäbe es keine Verführer. Hoch die Tassen! Daran hat sich bis heute nichts geändert."Artikel im Hamburger Abendblatt Focus-Artikel 05.04.2001 Noch einen Monat bis zum Samstag, den 5. Mai! An diesem Tag finden in 120 Städten weltweit Demonstrationen gegen die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten statt, von San Francisco bis Auckland, von Lima bis Tokio. Auch in Deutschland und Österreich wird es dieses Jahr wieder Veranstaltungen geben. Die Schweiz will legalisieren - wann folgen Deutschland und Österreich? Setzen auch Sie ein Signal für Reformen! Nehmen Sie teil, helfen Sie mit, spenden Sie! http://www.cannabislegal.de/hanfdemo/ 04.04.2001 "Wir haben bereits den Besitz und den Konsum geringer Mengen von Haschisch faktisch straffrei gestellt," behauptete doch tatsächlich die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk in einem Interview (Stuttgarter Zeitung, 02.04.2001). Wenn dem so wäre, warum wurden dann allein 1999 deswegen gegen über 85'000 Menschen ein polizeiliches Ermittlungsverfahren eingeleitet? Warum stehen z.B. in Bayern noch Jugendliche für weniger als ein Gramm Haschisch vor dem Richter? Warum wurden in zahlreichen Fällen Führerscheininhaber zur MPU bestellt, selbst wenn sie nicht unter Drogeneinfluss am Steuer sassen? Die Kosten von über DM 1000,- müssen sie selbst tragen, selbst wenn ihnen nichts nachgewiesen wird. Schreiben Sie Frau Caspers-Merk oder der SPD-Fraktion und fordern Sie sie auf, endlich konkrete Schritte zu unternehmen um die schädliche Verfolgung von Cannabiskonsumenten zu beenden!
marion.caspers-merk@bundestag.de Kein Aprilscherz: Der Geschäftsführer des Hanfhauses, Mathias Bröckers, wurde wegen Verkaufs von Vogelfutter zu 17 Monaten Gefängnis auf 3 Jahre Bewährung verurteilt. Herr Bröckers wird gegen das Urteil in Berufung gehen, wenn nötig bis vor das Bundesverfassungsgericht.
Aktueller Bericht 02.04.2001
Der baden-würtembergische Sozialminister Repnik, der in den vergangenen Jahren mehrfach wegen seiner politischen Nähe zur Schweizer Psychosekte Verein für psychologische Menschenkentnis (VPM) ins Gerede gekommen war (z.B. Stuttgarter Zeitung vom 19.01.1999), hat in einem Brief an die Schweizer Innenministerin Ruth Dreifuss gegen die geplante Entkriminalisierung von Cannabis im alpenländischen Nachbarland protestiert. Herr Repnik sieht darin eine "Kapitulation bei der Fürsorge für gefährdete Menschen". Dabei ist es vor allem die Strafverfolgung, die Gefährdung verursacht. In Deutschland wurden 1999 etwa 30mal soviele Menschen wegen Cannabisbesitz zum Eigenkonsum angezeigt als vorwiegend wegen Cannabis ein Suchtberatungsstelle aufsuchten. Unter den Kriminalisierten waren auch über 20'000 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren.
Das Hanfmuseum macht Pause. Nach einer polizeilichen Razzia halten die Sozialen Dienste der Berliner Justiz "es für geboten (..), die Anerkennung des Vereins als Beschäftigungsgeber für Freie/gemeinnützige Arbeit ruhen zu lassen, bis das Verfahren abgeschlossen ist." Die Existenz des Museums ist damit in Frage gestellt. Während der Pause wollen die Betreiber entscheiden, ob und wie es weitergehen kann. 28.03.2001 Zwei Briefe zeigen dass zumindest bei Teilen der SPD und der Grünen Reformbereitschaft existiert, ein dritter dass auch die CDU zumindest gesprächsbereit ist. Je mehr Wähler sich nun an die Regierung und an Abgeordnete wenden (sehen Sie dazu Parteien und Offene Briefe) desto eher wird es Fortschritte geben. Erst wenn wir Wähler öffentlich eine Cannabisentkriminalisierung fordern, wird sie auch kommen!
1) Peter Treichel vom Parteivorstand der SPD hat laut eines uns vorliegenden Briefes vom 26.03. einen Bericht von der SPD-Bundestagsfraktion zur Umsetzung einer Cannabisentkriminalisierung angefordert.
2) Die damalige Drogenbeauftragte, Christa Nickels, hat, ebenfalls in einem Brief, im Oktober ihre Unterstützung für das Ziel einer Entkriminalisierung von Cannabis zugesagt. 3) Der drogenpolitischen Sprecher der CDU, Hubert Hüppe, MdB, gab in einer Email vom 14.03. zu dass von ihm angeführte internationale Vergleichszahlen auf einer Verwechslung beruhen. Er hatte zwei Studien zitiert die beweisen sollten dass es in den Niederlanden prozentual wesentlich mehr regelmässige Cannabiskonsumenten gäbe. Tatsächlich beweisen die Studien die Wirkungslosigkeit der Strafverfolgung in Deutschland. In unserem Antwortschreiben vom 23.03. erklären wir, warum auch Herrn Hüppes neueste Zahlen zu Besuchen bei Drogenberatungsstellen nicht für ein Cannabisverbot sprechen.
Die Ärztezeitung
hat am 27. März, einen Artikel mit dem Titel "Sportvereine
verhindern Drogenkonsum nicht" auf ihrer Homepage veröffentlicht.
Darin wird eine repräsentive Studie des Sportinstituts der Universität
Paderborn. Diese zeigt, dass Jugendliche, die Mitglied in einem Sportverein
sind, nicht weniger Alkohol als ihre Altersgenossen trinken. Sie zeigen auch
keine geringere Bereitschaft zu Gewalt und Drogenkonsum. In der NZZ (Neue
Zürcher Zeitung) ist in den letzten Wochen eine fünfteilige Serie
über die Drogenszene in Zürich erschienen. Besonders interessant dabei
ist der 5. Teil - Teilrückzug des Hanfmarktes in Untergrund, der die Erfolglosigkeit
der polizeilichen Maßnahmen gegen Hanfläden, die Cannabis verkaufen,
aufzeigt. In Berlin sind die Geschäftsführer des Berliner "Hanfhauses"
wegen dem Handel mit Hanfsamen als Vogelfutter angeklagt. 26.03.2001
"Wir haben keinen Grund, von einem Scheitern der Drogenpolitik oder der Drogenkonventionen zu reden," behauptete die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Caspers-Merk, in einer Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums am 21.03.2001.
Die Sendung »Report« des Südwestfunks brachte am 19.03. einen Bericht über die Entkriminalisierung in der Schweiz. Zu Wort kamen sowohl Frau Caspers-Merk als auch Professor Dr. Dieter Kleiber: 20.03.2001
Die Pläne für die Gründung des bundesweiten "Vereins für Drogenpolitik" haben konkrete Formen angenommen!
Dieser überparteiliche Verein wird einen organisatorischer Rahmen bilden um eine schadensminimierende Drogenpolitik zu erreichen (ein entsprechender Verein existiert in Österreich in Form des Legalize! Österreich e.V.). Er bietet verschiedene Einflussmöglichkeiten für den politischen Einsatz: z.B. Themen in die öffentliche Diskussion bringen, Bündnisse mit anderen Organisationen eingehen, Kampagnen organisieren oder Spenden sammeln. Die Vereinsgründung wird im Mai erfolgen. Der Mitgliedsbeitrag wird 5 DM pro Monat betragen. Die Gründungsmitglieder stammen aus dem gesamten Bundesgebiet. Der Vereinssitz wird in Heidelberg liegen. Interessenten können sich bereits jetzt bei Tilmann Holzer melden.
19.03.2001
Beim Kreisparteitag der Düsseldorfer
FDP wurde ein Antrag, die Strafbarkeit des Besitzes von Cannabis
aufzuheben, angenommen. Für
den Handel mit Cannabis soll ein Lizenzvergabesystem eingeführt werden. Der Düsseldorfer Antrag geht nun erst
zum Landes-, dann zum Bundesparteitag der FDP im Mai. Wenn sich Deutschland
drogenpolitisch endlich klar für eine Cannabisentkriminalisierung
einsetzen würde (bisher taten dies ja nur die Grünen, Teile der SPD, sowie die PDS), hätte dies sicherlich einen positiven Effekt auf ganz
Europa. Es bleibt abzuwarten ob auch die Bundes-FDP dem Antrag zustimmt
und was für Auswirkungen dies in der deutschen Innenpolitik hätte. Wenn Sie gezielt nach Informationen suchen ist unsere neue Volltextsuche der gesamten Website genau das richtige für Sie: Suchen Sie per Stichwort! Unseres neues, werbefreies Forum ist jetzt eröffnet. 13.03.2001 Wir haben unsere Seite mit Argumenten umgestaltet umd die Informationen effektiver zugänglich zu machen. Der Beitrag "Die politische Entwicklung und derzeitige Situation in der Schweiz" ist wieder auf dem neuesten Stand, dank Micha L. Rieser, unserem Experten in der Schweiz. Auf diesen Infoseiten wird beschrieben, wie es zur Entscheidung zur Legalisierung von Cannabis kam und wie es weitergehen wird. Am Freitag, den 09.03.2001, dem siebten Jahrestag der Cannabisentscheidung des Bundesverfassungsgerichts, haben wir einen Brief an alle 296 Abgeordneten der SPD-Fraktion im deutschen Bundestag geschickt. Aufgrund jener Entscheidung und den aktuellen Erkenntnissen zu Cannabis und den Auswirkungen des Cannabisverbots ist nach unserer Ansicht das Verbot nicht länger mit dem Verhältnismässigkeitgebot des Grundgesetzes vereinbar. Eine Reform ist daher dringend nötig.
09.03.2001 Gesetzestext der Entwurfs der Schweizer Regierung (11.03.2001) Der Gesetzesvorschlag der Schweizer Regierung zur Cannabisreform ist nun eingebracht! Er sieht nicht nur die Straffreiheit des Konsums und der dazu erforderlichen Vorbereitungshandlungen (Erwerb, Besitz, Anbau) vor, sondern auch die Tolerierung von Verkaufsstellen und Anbau. Gleichzeitig soll die Drogenprävention ausgebaut werden. "Die Hauptneuerung betrifft die Cannabisproblematik. So soll die generelle Aufhebung der Strafbarkeit des Cannabiskonsums und seiner Vorbereitungshandlungen sowohl der gesellschaftlichen Realität Rechnung tragen als auch Polizei und Justiz entlasten. Als flankierende Massnahme sollen gezielte Impulse im Bereich der Prävention gesetzt werden, um einer Banalisierung des Cannabiskonsums entgegen zu wirken. Ebenso sollen Möglichkeiten geschaffen werden, um bei Jugendlichen mit sich abzeichnenden Problemen frühzeitig intervenieren zu können. Dabei steht der Leitgedanke «Hilfe statt Strafe» im Vordergrund."Die Pressemitteilung der Schweizer Regierung ist hier nachzulesen: "Neuerungen in der Cannabisfrage" Presseartikel: |