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Die Niederländische DrogenpolitikInhaltsverzeichnis
1. Einführung und Fragestellung1.1 Die Entwicklung der niederländischen DrogenpolitikIn den sechziger und siebziger Jahren nahm der Konsum von Drogen wie Hanfprodukten und Opiaten in Westeuropa und Nordamerika stark zu; viele befürchteten eine explosiv ansteigende Gefährdung der Volksgesundheit. Dies war einer der Gründe dafür, daß damals auf nationaler und internationaler Ebene neue Rahmenrichtlinien zur Drogenbekämpfung erlassen wurden. Seither hat es im Konsumverhalten erhebliche Schwankungen und Verlagerungen gegeben. In manchen Ländern ist der Gesamtverbrauch weiter angestiegen, in anderen wie z.B. in den Niederlanden hat sich der Drogenkonsum in etwa auf dem Stand von 1980 stabilisiert.Der Konsum von Cannabis und Opiaten ist keineswegs drastisch gesunken, geschweige denn völlig eliminiert worden. Für diejenigen, die hofften, mittels entschlossener Regierungsmaßnahmen den Drogenkonsum abschaffen zu können, ist dieses Ergebnis enttäuschend. Angesichts früherer internationaler Erfahrungen mit Märkten für illegale Produkte und Dienstleistungen war jedoch zu erwarten, daß staatliche Interventionen nur begrenzt erfolgreich sein würden. In den Niederlanden hat man sich u.a. aus diesem Grund damit beschieden, die mit dem Konsum gefährlicher Drogen verbundenen gesundheitlichen und sozialen Probleme im Griff zu behalten oder in den Griff zu bekommen. So gesehen wurden mit der niederländischen Drogenpolitik gute Ergebnisse erzielt. Der Konsum der genannten Drogen hat sich in den Niederlanden im Vergleich zu den siebziger Jahren nicht wesentlich ausgeweitet, und auch in medizinischer Hinsicht hat sich das Problem nicht verschärft. Nikotin und Alkohol schaden der Volksgesundheit in den Niederlanden wie auch anderswo unvergleichlich mehr als alle unter das Betäubungsmittelgesetz (Opiumwet) fallenden Drogen zusammen. Die Empfehlung der Arbeitsgruppe Betäubungsmittel (1972) war für die damalige Regierung kein Anlaß, den Konsum der genannten Drogen in jedem Falle als ein für die Gemeinschaft unannehmbares Risiko einzustufen. Ein Urteil läßt sich erst abgeben, wenn man z.B. mehr über die jeweiligen Umstände und den Umfang des Konsums weiß. Daher wurden die Prävention und die Eindämmung der mit dem Drogenkonsum verbundenen sozialen und individuellen Risiken in den Vordergrund gerückt. Die niederländische Drogenpolitik hat sich seither nicht geändert. Die Behörden sollen demgemäß verhindern, daß insbesondere Jugendliche zu Drogen greifen, und sie sollen dafür sorgen, daß für Problemfälle ein medizinisches und/oder soziales Hilfsangebot zur Linderung der Not gewährleistet ist (sog. Harm reduction). Der niederländische Gesetzgeber hat aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse einen Unterschied zwischen Drogen mit unannehmbaren Risiken für die Gesundheit und Hanfprodukten, deren Risiken als weniger groß eingeschätzt werden, gemacht (harte bzw. weiche Drogen genannt). Die vom Strafrecht zu schützenden Interessen sind nach niederländischer Auffassung primär Interessen der Volksgesundheit. Die Drogenpolitik ist daher in den Niederlanden differenziert: sie richtet sich nach dem Ernst des potentiellen Gesundheitsschadens, der beim Konsum oder Mißbrauch der betreffenden Drogen entsteht. Der bloße Konsum von Drogen ist in den Niederlanden, wie in vielen anderen Ländern auch, nicht strafbar. Der Konsument harter Drogen wird eher als Patient denn als Krimineller betrachtet. Auf dieser Grundlage wurde in den Niederlanden ein umfassendes und differenziertes Paket präventiver und kurativer Maßnahmen geschnürt. Die Justiz ist immer davon ausgegangen, daß für Drogensüchtige die ärztliche Behandlung einer Freiheitsstrafe vorzuziehen ist. Trotz mitunter enttäuschenden Behandlungserfolgen und Rückfällen wurde dieser Standpunkt beibehalten, und es wurde immer wieder nach neuen Wegen gesucht, das Regierungskonzept in die Praxis umzusetzen. Die Niederlande wollen mit ihrer Drogenpolitik Risiken und Schäden für Drogenabhängige begrenzen und damit die soziale Integration der Drogenkonsumenten fördern. Prävention, ambulante Hilfe und stationäre Behandlung sind in Händen qualifizierten Personals, das in professionell geführten Organisationen tätig ist. In den Niederlanden werden ca. 160 Millionen Gulden für die Suchthilfe ausgegeben (u.a. Kliniken und ambulante Suchthilfe). Im Vergleich zum Ausland ist dieser Betrag hoch. Ziel der Betreuung ist nicht in jedem Falle die völlige Abstinenz, d.h. die Drogenfreiheit aller Abhängigen, sondern, je nach Zielgruppe, die Verbesserung ihrer körperlichen und geistigen Verfassung und ihrer Mitwirkungsmöglichkeiten in der Gesellschaft. Mittel hierzu sind u.a. eine gute medizinische Versorgung, Methadonverabreichung, der Umtausch von Spritzen und verschiedene Formen der Tages- und Nachtbetreuung. Übrigens ist die Drogenpolitik in den Niederlanden wie auch anderswo darauf ausgerichtet, mittels entschiedener strafrechtlicher Maßnahmen gegen den Drogenhandel, die Schwelle für den Konsum harter Drogen so hoch wie möglich zu halten. Der Handel mit harten Drogen spielt sich auch in den Niederlanden in der Illegalität ab, und die Fahndung nach kriminellen Organisationen, die sich u.a. mit dem Handel mit weichen und harten Drogen befassen, ist bereits seit vielen Jahren die Hauptaufgabe der niederländischen Polizei. Der besondere Einsatz der Fahndungs- und Kontrolldienste zeigt sich u.a. in der großen Menge beschlagnahmter Drogen (vgl. 5.2). Die Drogenpolitik folgt also in großen Zügen dem internationalen Drogenbekämpfungsmodell. Herstellung und HandeluԔ!\JKbV36cjJRNO /NҡL <,w~-U4 B (Zm> DC6Hx<vE>f6fab"nG)HRT !@"tD"t5Bk5 ue R+YU Rd|jT -{/`MZe4(V[S n]q?<-ށ#>Tob& |