Cannabislegalisierung in Deutschland!
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Realität statt Straf-Illusion

DER STANDPUNKT
RONALD ESCHER

Entkriminalisieren heißt nicht: Den Dingen freien Lauf lassen. Es bedeutet  auch nicht: Verharmlosung oder gar Befürwortung.
Entkriminalisieren heißt  bloß: Die Illusion, dass mit Strafe alles zu erreichen ist, aufzugeben und die  Realität zu erkennen, dass "weiche Drogen" zumindest in bestimmten  Altersschichten zu Alltagsbegleitern geworden sind, so wie die legalen Drogen  Alkohol und Nikotin anderswo.

Zu dieser Realität gehört, dass Österreich weniger denn je eine "Insel" ist,  sondern in einem Europa offener Grenzen mit einer noch so strengen  nationalen Gesetzgebung keine internationalen Entwicklungen aufhalten wird.  Entkriminalisieren von Haschisch, wie dies etwa in der Schweiz geplant ist,  muss vielmehr heißen: Strenge Kontrolle des Marktes, Vorbeugung,  Aufklärung, seriöser Umgang mit dem Problem.

Wenn auf Wahlplakaten die "drogenfreie Stadt" versprochen wird, dann richtet  sich solch illusionäre "Drogenpolitik" von selbst. Man will die Polizei für  Verfolgungsmaß-nahmen einspannen, zu denen sie einfach nicht mehr fähig ist  - jeder zweite junge Österreicher hat Joint-Erfahrung.

Je effizienter aber verfolgt wird, desto mehr wird das Angebot verknappt, desto  mehr profitieren die Dealer. Der jahrzehntelange
Kampf, der Einsatz enormer  Geldmittel, das Verbieten und Verfolgen hat wenig gebracht. Wahrscheinlich  würde es mehr bringen, durch Legalisierung "weicher Drogen", die hinter  vorgehaltener Hand ohnehin als Realität zur Kenntnis genommen werden,  wenigstens den organisierten Dealern das Marktmonopol zu entreißen.

Andere Europäer haben das schon erkannt. Hätte Österreich, das ohnehin als  "Hochstrafenland" gilt, nicht derzeit noch sein Konzept "Therapie statt Strafe",  dann wäre unser Land ein legislativer Außenseiter, der in der europäischen  Diskussion nicht mehr ernst genommen würde. Besser, sich rechtzeitig auf  eine Situation einzurichten, die schon vor unseren
Grenzen steht.