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Hanfverbot in Ägypten

Soueif (1972) führt zur frühen Geschichte des Haschischgenusses in Ägypten Folgendes aus:

"Den modernen arabischen Historikern zufolge wurde Cannabis in Ägypten zur Zeit der Ayyubiden-Dynastie (im 12. Jahrhundert n. Chr.) angepflanzt, als aus Syrien massenweise Anhänger der Mystik nach Ägypten strömten" (M.K. Hussein, 1957)

Bis zum sechzehnten Jahrhundert  war das Haschischessen im nahen Osten nur in Ägypten bekannt, zunächst in reiner Form und später als Zutat zu zahlreichen Süßigkeiten (Khalifa, 1975). Im siebzehnten Jahrhunder n. Chr. gab Daoud Al-Entaqui eine umfangreichearabische ateria medica heraus, in der er unter der persischen Bezeichnung Shadang auch Cannabis erwähnte. Der Autor verschreibt es als Heilmittel zur Behandlung verschiedener körperlichen Leiden und geht danach auf die psychotropen Wirkungen der Droge ein. Die Haschischproduktion wurd in ländlichen Gebieten Ägyptens bis in das 20. Jahrhundert hinein fortgesetzt. Gegen 1798 entdeckte Napoleon während seines Ägypten-Feldzuges, dass viele Ägypter der ärmeren Klassen gewohnheitsmäßig Haschisch konsumierten (Kimmens, 1977). Dieser Konsum hatte sich so sehr verbreitet, dass Napoleon dies als problematisch ansah und ein vollständiges Verbot erließ (Mit den aus Ägypten zurückkehrenden Soldaten Napoleons gelangte die Praxis des Haschischkonsums dann jedoch nach Frankreich).

Als in Ägypten abermals die Leidenschaft des Hanfgenusses Gegenstand der behördlichen Beachtung wurde, erließ der französische General am 8. Oktober 1800 ein weiteres Cannabisverbotsgesetz. Offensichtlich zeigte das Verbot aber nur geringe Wirkungen (Norwich 1984). Kerr (1877) berichtet, dass sich achtzig Jahre später nur wenig geändert hat: "Nirgends werden so viele Formen des Hanfes zur Berauschung genutzt wie in Ägpyten ...". 1879 erließ die ägyptische Regierung das erste einer ganzen Reihe von Gesetzen, die mit immer schwereren Strafen den Anbau von Cannabis und die Herstellung, den Verkauf oder den Konsum von Haschisch verboten (Khalifa, 1975).

Der größte Teil des in Ägypten nach dem Zweiten Weltkrieg gerauchten Haschisch kam bis 1993 aus dem Libanon. Seit 1993 ging dann auch die libanesische Haschischproduktion zurück, und die Ägypter rauchen jetzt hauptsächlich selbst angebautes bango (Marihuana).


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