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CannabisLegalNews (Nummer 122, 08.08.2003)

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INHALT

1. Frankfurter Rundschau berichtet über Hanfinitiative
2. Südafrika: "Dagga" ernährt Kleinbauern
3. USA: Jeder zehnte Schwarze zwischen 25 und 29 hinter Gittern
4. Großbritannien: Freiheit statt 6 Wochen Haft für Grünen-Sprecher
5. Termine zu Cannabis und Drogenpolitik


1. Frankfurter Rundschau berichtet über Hanfinitiative
http://www.cannabislegal.de/cln/cln122.htm#1

Mit der HanfInitiative (HaI) in Frankfurt befasste sich am Dienstag, den 05.08. ein Artikel in der Frankfurter Rundschau (Auflage: ca. 188.000). Die im März gegründete Initiative wirbt mit Infoständen für eine Legalisierung von Cannabis und sammelt dabei Unterschriften für die Selbstbezichtigungsaktion "Zeig Dich". In den letzten Jahren kamen bisher bundesweit 12 000 Unterschriften zusammen. Die FR zitiert den HaI-Aktivisten Sokratis Zacharopoulos:

Für den Mühlheimer ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland eine liberale Drogenpolitik la Niederlande einzieht. Seine These: Mit der steigenden Zahl der Menschen, die schon an einem Joint gezogen haben, nehmen die Vorurteile ab. Das sei auch eine Altersfrage: "Je jünger die Leute sind, desto weniger sind sie von der Anti-Drogen-Propaganda beeinflusst."

Eins ist dem 30-Jährigen und seinen Mitstreitern - einer bunten Mischung von Schriftstellern, Sozialarbeitern oder Computerfachleuten im Alter zwischen 16 und 55 Jahren - wichtig: Für Drogen werben wollen sie nicht. Sie möchten nur, dass Konsumenten in Ruhe gelassen werden. Denn Cannabis habe bekanntlich auch medizinische Wirkung.

Die Infostände waren nur der Anfang. Zum Jahresende soll im Offenen Kanal Frankfurt/Offenbach der erste Beitrag von Hanf-TV auf Sendung gehen. Für den Herbst sind Veranstaltungen geplant, unter anderem ein Treffen mit einer MS-Selbsthilfegruppe. Doch die nächste Aktion ist am 23. August die Fahrt zur Hanfparade in Berlin. Dank einer Spende der Grünen Jugend Hessen konnte HaI einen Shuttlebus zum bundesweiten Treffen der Legalisierungsaktivisten chartern.

(Frankfurter Rundschau, 05.08.2003)

Hanf-Initiative (HaI) in Frankfurt
http://www.cannabislegal.de/aktionen/hai.htm

Leserbriefanschrift der Frankfurter Rundschau:
leserbrief@fr-aktuell.de


2. Südafrika: "Dagga" ernährt Kleinbauern
http://www.cannabislegal.de/cln/cln122.htm#2

Rund zwei Drittel der Kleinbauern in der Hhohho-Region im zwischen Südafrika und Mosambik gelegenen Königreich Swaziland bauen Cannabis an. Der größte Teil davon geht in den Export, nach Südafrika und weiter nach Europa. Auch in Mosambik, in Lesotho, Malawi und in Südafrika selbst werden große Mengen des hier "Dagga" genannten Krauts angebaut, weil es besonders in abgelegenen Gebieten ertragreicher ist als legale landwirtschaftliche Produkte, die mangels Strassen und Kühlhäusern kaum vermarktbar sind. Vielfach wird das Kraut für den Export zu konzentriertem Cannabisöl weiterverarbeitet, weil dieses leichter zu schmuggeln ist.

Der Cannabis-Anbau hat in der Region eine jahrhundertealte Tradition. Bereits vor der Ankunft der Bantustämme aus Zentralafrika in der vorkolonialen Zeit wurde Cannabis von den San (Buschmännern) in der Kapregion verwendet. Im Naturkundlichen Museum in Harare (Simbabwe) kann man heute noch Kürbispfeifen sehen die laut Schautafel von den Einheimischen zum Rauchen von "Indischem Hanf" verwendet wurden. Cannabis gilt vielfach als ländliche Hausmedizin. Als teilweise wildwachsende Pflanze war es auch eine billige Alternative zu Alkohol, dessen Verkauf an Schwarze zu Kolonialzeiten und unter dem Apartheidregime in Südafrika sowie im ehemaligen Rhodesien (heute Simbabwe) verboten war. Das damals von einer weissen Minderheitsregierung regierte Südafrika war eines der ersten Länder, das auf eine Aufnahme von Cannabis in internationale Drogenabkommen drängte.

Auch in anderen Regionen Afrikas, wie z.B. in Kenia und Nigeria erlebt der Cannabisanbau derzeit einen Boom. Etwa die Häfte des weltweit beschlagnahmten Cannabis stammt aus Mexiko oder den USA. Doch vom Rest stammt wiederum die Hälfte aus dem südlichen Afrika. Laut "Gobal Drug Trends 2003" der UN-Behörde UNODC stammt ein Sechstel des weltweit beschlagnahmten Cannabiskrauts aus Südafrika (718 Tonnen), gefolgt von Malawi (312 Tonnen) und Nigeria (272 Tonnen). Damit wird allein in Malawi, das etwa soviele Einwohner hat wie Baden-Württemberg, mehr als dreimal soviel Cannabiskraut beschlagnahmt als in ganz Westeuropa.

Mozambique, Swazi Farmers Find Dagga Crop Lucrative, But Have to Adjust to Market Trends [WOL#298, 01.08.2003]
http://www.drcnet.org/wol/298.shtml#mozambiqueswaziland

Cannabis in Lesotho [Laurent Laniel, OGD]
http://www.unesco.org/most/dslaniel.htm

Global Illicit Drug Trends 2002 [UNODC]
http://www.unodc.org/pdf/report_2002-06-26_1/report_2002-06-26_1.pdf


3. USA: Jeder zehnte Schwarze zwischen 25 und 29 hinter Gittern
http://www.cannabislegal.de/cln/cln122.htm#3

Im April berichteten wir, dass, obwohl nur ein Zwanzigstel der Weltbevölkerung in den USA lebt, ein Viertel aller Gefangenen weltweit in amerikanischen Gefängnissen sitzt (siehe CLN#106, "USA: Zwei Millionen Menschen hinter Gittern" ). Die USA übertreffen mit ihrer Inhaftierungsrate andere Industrieländer um das 5 bis 10-fache. Nicht zuletzt ist der amerikanische "Krieg gegen Drogen" dafür verantwortlich, mit langjährige Strafen bei Drogendelikten, deren Dauer sich in vielen Fällen dem Ermessen des Richters entzieht. Die repressive Politik hat besonders seit den 80er Jahren zu einem dramatischen Anschwellen der Gefängnisbevölkerung geführt. Trotzdem liegen die USA weltweit mit an der Spitze, was die Verbreitung des Konsums illegaler Drogen angeht.

Das Cannabisverbot in den USA begann mit rassistischen Vorurteilen: Die ersten Verbote ergingen in jenen Staaten, in denen mexikanische Wanderarbeiter auf den Arbeitsmarkt drängten, wie Colorado, Kalifornien und Texas. Die Angst vor Cannabis war eine Angst vor Mexikanern und ihrer Kultur (auch bei anderen Drogenverboten in den USA spielten Ressentiments gegen ethnische Minderheiten eine Rolle, gegen Chinesen im Fall von Opium und gegen Schwarze bei Kokain).

Wie eng Drogenprohibition und Minderheitenpolitik in den USA immer noch zusammenhängen, zeigt die Tatsache, dass mittlerweile mehr als 10% aller männlichen Schwarzen im Alter von 25-29 Jahren im Gefängnis sitzen, die vierfache Rate wie unter Spanischsprachigen und achtmal mehr als unter Weissen der selben Altersgruppe, obwohl sich diese Bevölkerungsgruppen, was den Konsum illegaler Drogen angeht, kaum unterscheiden.

Besonders stark wachsen die Insassenzahlen der Bundesgefängnisse. Vor Bundesgerichten werden z.B. die meisten Cannabisfälle verhandelt, bei denen es um mehr als 50-250 Pflanzen geht. Hier sind Strafen von 5 Jahren bis lebenslänglich für Handel nicht ungewöhnlich. Theoretisch kann in den USA bei Cannabis sogar die Todesstrafe verhängt werden (ab einer bestimmten Menge oder einem bestimmten Umsatz). In Bundesgefängnissen sitzen mittlerweile mehr Häftlinge als in den Gefängnissen der bevölkerungsreichsten Staaten wie Kalifornien, New York oder Texas - trotz eines Haushaltsdefizits von über einer Milliarde Dollar pro Tag. In Kalifornien, das im laufenden Jahr ein Defizit von 38 Milliarden Dollar hat, hat sich eine Initiative durchgesetzt, die Gefängnisstrafen bei Drogenstraftätern in vielen Fällen durch Therapie ersetzt. Auf Bundesebene setzt man jedoch weiter auf langjährige Haft, was die Steuerzahler 25.000 Dollar pro Häftling pro Jahr kostet.

Prison Population Increase Accelerates, Up 2.6% Last Year [WOL#298, 01.08.2003]
http://www.drcnet.org/wol/298.shtml#prisonpopulation

USA: Zwei Millionen Menschen hinter Gittern [CLN#106, 18.04.2003]
http://www.cannabislegal.de/cln/cln106.htm#8

Die Kosten des Cannabisverbots:
http://www.cannabislegal.de/argumente/kosten.htm

Drogen in den USA:
http://www.cannabislegal.de/international/us.htm


4. Großbritannien: Freiheit statt 6 Wochen Haft für Grünen-Sprecher
http://www.cannabislegal.de/cln/cln122.htm#4

Während die britische Regierung plant, Anfang nächsten Jahres die Strafen für Cannabisbesitz zu reduzieren, ist ein Sprecher der britischen Grünen wegen Anbaus von Cannabispflanzen noch zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, die jedoch in der Berufungsverhandlung wieder aufgehoben wurde. Shane Collins wurde zuerst zu sechs Wochen Haft verurteilt, nachdem die Polizei bei einer Durchsuchung seiner Wohnung die Pflanzen und eine Pflanzenlampe gefunden hatte. Im Berufungsverfahren erkannte der Richter jedoch an, dass Collins mit Cannabis seine Rückenschmerzen behandelt und entliess ihn nach fünf Tagen aus der Haft.

Mehr als die Hälfte des in Großbritannien konsumierten Cannabis wird laut einer Studie für die Joseph Rowntree Foundation von britischen Konsumenten angebaut. Die Studie spracht sich dafür aus, den Anbau zum persönlichen Konsum oder zum Konsum im Freundeskreis ebenso wie den einfachen Besitz nur mit Geldstrafen oder Verwarnungen zu belegen. Eine solche Regelung verstosse nicht gegen die vertraglichen Verpflichtungen aus internationalen Drogenabkommen.

Green Politician's Drug Conviction Overturned [Independent (UK), 05.08.2003]
http://www.mapinc.org/drugnews/v03/n1181/a04.html

Greens See Red Over Jailed Spokesman [Guardian (UK), 31.07.2003]
http://www.mapinc.org/drugnews/v03/n1163/a10.html

Großbritannien: "Homegrown" überholt Marokko [CLN#102, 21.03.2003]
http://www.cannabislegal.de/cln/cln102.htm#3

Homepage der Grünen (England und Wales)
http://www.greenparty.org.uk/

Cannabis in Großbritannien
http://www.cannabislegal.de/international/uk.htm


5. Termine zu Cannabis und Drogenpolitik:

21./22.08.2003 Berlin: EntheoVision-Kongress
23.08.2003 Berlin: Hanfparade
30.08.2003 München: Hanftag der Grünen Jugend
12.09.2003-14.09.2003 Castrop-Rauxel: 8. internationale CannaBusiness
13.09.2003 Rostock: Hanffest von ['solid]
27.09.2003 Köln: Hanf-Demonstration

Unsere Ankündigungen sowie Links finden Sie bei unseren Terminen:
http://www.cannabislegal.de/aktionen/kalender.htm

Wissen Sie von Veranstaltungen? Schreiben Sie uns!
http://www.cannabislegal.de/kontakt.htm


Mit freundlichen Grüßen

Joe Wein

http://www.cannabislegal.de


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